Medizinische Versorgung in Manchester

Wer Manchester besucht und dringend ärztliche Hilfe benötigt, aber nicht so krank oder verletzt ist, dass er sofort ins Krankenhaus muss, kann eines der NHS (National Health Service) Walk-in Centres besuchen. Diese sind eine relativ neue, sehr praktische Einrichtung.

“Walk-in” bedeutet, dass man keine telefonische Anmeldung braucht.
Hier wird man von speziell ausgebildeten Praxisschwestern/pflegern oder – je nach Problemstellung – von Ärzten gesehen. Je nach Andrang kann es allerdings auch einmal etwas dauern, bis man drankommt.

Man geht zuerst an die Rezeption und lässt dort seine Daten aufnehmen, danach durchläuft man einen sogenannten “Triage”-Prozess, durch den man in eine Dringlichkeitsstufe eingeteilt wird. Die Triage wird von weitergebildeten, erfahrenen Schwestern/Pflegern ausgeführt. Danach wird man dann von einer Schwester/Pfleger, von denen einige auch verschreiben können, oder von einem Arzt behandelt. Die Entscheidung, welche von denen man sehen wird, trifft die Triage-Schwester, nicht der Patient, wobei vom Personal immer angestrebt wird, einen allgemein zufriedenstellenden Konsens zu finden.

EU-Mitglieder auf Besuch in England sollten idealerweise eine sogenannte European Health Insurance Card (EHIC) bei sich haben, welche man über www.europeanhealthcard.org.uk beantragen kann. Eine Reiseversicherung sollte aber immer zusätzlich abgeschlossen werden, besonders für den Fall, dass durch weitere notwendige medizinische Maβnahmen, wie z.B. Aufnahme ins Krankenhaus oder Rückführung ins Heimatland, höhere Kosten anfallen können.

In den Walk-in Centres wird man aber auch ohne die EHIC meist kostenlos behandelt, wenn man nur kurzfristige allgemeinärzliche Notfallversorgung braucht.

Übliche Leistungen eines Walk-in Centres beinhalten auβer der Behandlung allgemeinmedizinischer Probleme und Verschreibung notwendinger
(verschreibungspflichtiger) Medikamente auch die Versorgung kleinerer Verletzungen, die “Pille danach” und medizinische Beratung. Auch falls man ein wichtiges Medikament zuhause vergessen haben sollte, kann man sich einen Notfallbedarf verschreiben lassen. Selbst wenn es genau dasselbe Medikament wie im Heimatland nicht in England gibt, gibt es meist ein entsprechendes, was kurzzeitig verschrieben werden kann.

Die Rezeptgebühr, die pro Medikament anfällt und die man dem Apotheker bezahlt, ist derzeit £7.85. Zwei unterschiedliche Medikamente kosten demnach also £15.70.

Schmerzmittel für leichte bis mittelschwere Schmerzen und Medikamente für Sodbrennen, Durchfall, etc. und Pflaster und dergleichen, bekommt man wie bei uns in der Apotheke.

Generika sind auch hier oft um einiges billiger als Handelspräparate.

In Manchester gibt es im Stadtzentrum das City Health Centre im zweiten Stock der Drogerie/Apotheke Boots, 32 Market Street, M1 1PL, Tel. 0161 8396227, geoeffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends Montag bis Sonntag.

Die anderen beiden Walk-in Centres sind
1. das Primary Care Emergency Centre, welches dem Universitätskrankenhaus Manchester Royal Infirmary angeschlossen ist und auf der Oxford Road ca. 3km südöstlich von Manchester über das Hinweisschild “A&E” (Accident and Emergency) zu erreichen ist. Adresse: Oxford Road, Manchester M13 9WL, Tel. 0161 2765193, geöffnet von 8.30 Uhr morgens bis 10 Uhr abends Montag bis Freitag, und von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends Samstag, Sonntag und Feiertag

2. das Hawthorn Medical Centre, Unit K – Fallowfield Retail Park, Birchfields Road, Manchester M14 6FS, Tel. 0161 2206080, geöffnet von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr morgens, 1 Uhr bis 3 Uhr nachmittags und 4.30 Uhr bis 6.30 Uhr abends Montag bis Freitag, und von 10 Uhr bis 12 Uhr mittags und 2 Uhr bis 4 Uhr nachmittags Samstag und Sonntag. Erreichbar über die Upper Brook Street (A34) ca. 5.5km südöstlich vom Zentrum.

Generell kann (und sollte man eventuell, falls man das Warten minimieren will) die Walk-in Centres auch anrufen, um die Wartezeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Erfahrung zu bringen.

Walk-in Centres stehen auch denen zur Verfügung, die in Grossbritannien wohnen, und versorgen nicht nur diejenigen, die in ihrem Enzugsbereich leben, aber “Residents” sollten sich so bald wie möglich in einer Allgemeinmedizinischen Praxis registrieren. Um einen Arzt in der Nähe der eigenen Adresse zu finden, geht man auf www.nhs.uk, von der Homepage auf “Services near you”, gibt seinen post code ein und klickt dann auf “GP”.

Der Grund, warum ärztliche Meldung anzustreben ist, ist, dass Walk-in Centres nicht auf die elektronische Version der medizinischen Vorgeschichte einer Person zurückgreifen können und damit unter Umständen kritische Informationslücken entstehen können. Auβerdem ist es ihnen nicht möglich, Labortests, EKGs, bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgenbilder oder elektive Überweisungen zum Facharzt machen (Notfallüberweisung ins Krankenhaus schon, und einige wenige Walk-in Centres können bei Verdacht auf Bruch röntgen und befunden).

Die einzigen Tests auβer der Fieber und Blutdruckmessung und dergleichen sind Urinanalyse und Schwangerschaftstest.

Walk-in Centres sind damit speziell auf die Notfall- und Erstversorgung ausgerichtet.

Sollte man nachts einen Arzt brauchen, wählt man entweder die Telefonnummer 111 oder – wenn man in England wohnt – die Telefonnummer der Allgemeinarztpraxis, wo man registriert ist. Ein Anrufbeantworter gibt einem dann die Nummer, die man braucht, oder man wird weiterverbunden.

 

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