Bier in Grossbritannien

Obwohl sich Groβbritannien und Deutschland in vieler Hinsicht kulturell ähneln, fallen einem Besucher oder Zugereisten die Unterschiede umso mehr auf.

Spätestens beim ersten Pubbesuch, was durchaus am ersten Abend sein kann, findet man eine Vielfalt an Bieren, die man so in Deutschland nur von speziellen Kneipen kennt. Ebenso fallen andere Ausschankanlagen auf, an denen sich manche Bartender sehr abzumühen scheinen, um ein gutes Bier zu zapfen.

Foto von Bierausschankanlagen

Bier ohne Kohlenstoffdioxid

Diese Zapfanlagen sind für Cask Ale bestimmt. Es wird ohne Gasunterstützung aus dem Fass gepumpt. Das Bier ist ungefiltert, Ablagerungen werden zugelassen, nicht pasteurisiert und ungekühlt. Bei dem kühleren Klima scheint für künstlich gekühlte Biere lange keine Nachfrage bestanden zu haben. Aber auch hier setzten sich die Groβbrauereien durch, und KEG Fassbier – Lager – verdrängte das traditionelle Cask Ale.

Viele traditionelle Brauereien sind unter dem Druck der groβen Unternehmen eingegangen. Im Unterschied zu den meisten Ländern wurde jedoch hier nur Kohlendioxid als Gas verwendet. Dadurch war mehr Gas im Glas, und das war nicht nach dem Geschmack der Briten.

So entstand in den 70-er Jahren die Campaign for Real Ale (CAMRA) und der Begriff Real Ale im Unterschied zu den künstlichen, überkarbonatisierten Lagerbieren aus Groβbrauereien. Inzwischen gibt es in Groβbritannien einr grosse Anzahl an Kleinbrauereien (Microbreweries). 2012 erklärte CAMRA, dass die 1000 Marke überschritten wurde. Das und die Abwesenheit des Deutsche Reinheitsgebots erklärt die gröβere Vielfalt an Bieren im britischen Pub. Eine vortreffliche Gelegenheit, die Breite der Britischen Bierkultur zu erleben, sind die Bierfestivals. Irgendwo ist immer eins, und viele bieten auβer Bier auch europäische Biere, Cider, Cidre und Perry (Birnen Cider) an.

Beim Cask Ale wird jedem, der ein zweites und anderes Bier probiert, sehr schnell auffallen wie unterschiedlich die Biere sind. Ohne Reinheitsgebot gibt es einen gröβeren Spielraum für die Brauer. Allgemein unterscheidet man zwischen Barley Wine, Porter, Stout, Bitter und Ale. Wobei es dann weitere Unterscheidungungen gibt wie zum Beispiel Old Ale, Best Bitter und Mild. Wer sich nicht entscheiden kann, fragt einfach an der Bar nach einer Probe (Taste). Ausgeschenkt wird normalerweise in half pint und pint. Aber a third pint ist ebenso ein legales Ausschankmass. Letzteres ist gut geeignet, drei verschiedene Biere zu testen. Und wie immer gilt: fragen kostet nichts. Die Bartender sollten immer in der Lage sein, ein gutes Bier für den Neuling zu finden.

Da nun die Briten diese Biervielfalt gewohnt sind, gibt es Bedarf, dies auch auszuleben. Also begibt man sich hier auf Pubcrawls und Beertrails. Man wechselt die Lokale nach einem Glas. Stammkneipen gibt es aber auch. Man nennt sie ‘locals’. Um zu den Residents eines Locals zu gehören, bedarf es jedoch manchmal des öfteren Erscheinens.

Englishes Bier Foto

“Mine’s a pint of best”

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